Kritik zu Xandria ECLIPSE
Symphonic Metal hat sich im Lauf der Jahre einen enormen stilistischen Spielraum erarbeitet. Modern Metal gehört inzwischen ebenso selbstverständlich dazu wie progressive Rock-Strukturen, orchestrale Filmmusik oder Folk-Einflüsse. Xandria nutzen diese Bandbreite mit sichtlicher Freude aus. Vor allem klanglich ist ECLIPSE eine Wucht. Unter dem Kopfhörer entfaltet sich ein Breitband-Metal-Sound, der alle Synapsen gleichzeitig belegt. Die Gitarren liefern Riffs von beeindruckender Qualität – speziell in ‘Eclipse’ oder ‘Colours’ –, während Sängerin Ambre Vourvahis einmal mehr ihre enorme Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Kraftvoller Rock-Gesang, opernhafte Passagen, Aggression und gefühlvolle Melodien wechseln sich scheinbar mühelos ab und verleihen dem Material eine beeindruckende Dynamik. Aber: Die häufig sehr süßlich ausgearbeiteten Arrangements nehmen der Wirkung ihre Schärfe. Warum benötigen Riff-Barrikaden wie ‘Eclipse’ oder ‘Colours’, deren Gitarrenarbeit absolut fantastisch geraten ist, derart zuckrige Begleiter? ‘The Shannon’s Home’, ‘The Grand Delusion’ oder ‘The Poetry Of The Real World’ schunkeln sich zudem in Richtung ESC. Wenn man das Fett von ECLIPSE abschneidet, bleibt ein fantastisches Symphonic Metal-Album. Manchmal ist es ratsam, nicht jede Passage mit Chören oder orchestralen Klangflächen zusätzlich zu verdichten – egal, wie groß der Spielraum theoretisch ist.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















