Emotionale Nachrufe für Andy Williams (Every Time I Die)

Die Nachricht vom Tod von Andy Williams hat die Hardcore‑Szene und die Wrestling‑Community gleichermaßen erschüttert. Der Gründungsgitarrist von Every Time I Die, der sich später als Wrestler einen zweiten Namen machte, ist vor wenigen Tagen im Alter von 48 Jahren gestorben. Williams war nach einem Match in Pittsburgh kollabiert; Sanitäter versuchten vor Ort, ihn zu reanimieren, bevor er ins Krankenhaus gebracht wurde. Dort verstarb er noch in derselben Nacht.

Jordan Buckley erinnert sich an 28 gemeinsame Jahre

Sein ehemaliger Band-Kollege Jordan Buckley teilte auf Instagram eine lange, persönliche Erinnerung. Er erzählte von einer „Warped Tour“‑Anekdote, bei der Williams in Chicago den Guinness‑Rekord für die meisten Umarmungen brechen wollte – einfach, weil es die bestbesuchte Show war. Die Produktion lehnte ab, doch für Buckley war allein die Idee typisch Andy. Er schrieb, es sei der traurigste Tag seines Lebens, und dass er jeden Moment mit Williams schätzen werde. Alles, was über ihn gesagt werde, sei wahr. Er wolle den Rest seines Lebens versuchen, mehr wie Andy zu sein.

Clayton „Goose“ Holyoak beschreibt Williams als Chaos und Güte zugleich

Auch Schlagzeuger Clayton Holyoak verabschiedete sich mit einem emotionalen Text. Er nannte Williams ein Beispiel für Freundlichkeit, verbunden mit einem Hang zu Chaos und Abenteuer. Holyoak erinnerte sich daran, wie Williams neue Menschen immer sofort in seinen Kreis aufnahm. Er erzählte von einem Musiklehrer, der Williams einst gesagt habe, er werde nie Musiker werden – und wie sehr Williams später das Gegenteil bewiesen habe. Für Holyoak war er jemand, der Dinge tat, die angeblich nicht möglich waren.

Keith Buckley und Josh Scogin meldeten sich auch

Sänger Keith Buckley schrieb nur: „Ich liebe dich, großer Mann.“ Ein Foto dazu – mehr brauchte es nicht, um alles zu sagen. Josh Scogin (Norma Jean, The Chariot, ’68) veröffentlichte hingegen einen langen Nachruf. Er nannte Williams einen seiner ältesten Freunde und erinnerte sich an frühe Tourneen als Teenager. Erst vor wenigen Wochen sei er extra zwei Tage unterwegs gewesen, nur um Williams’ neues Projekt Atomic Rule zu sehen und Zeit mit ihm zu verbringen. Scogin erzählte von gemeinsamen Buffalo Wings und davon, wie Williams ihn dazu brachte, Grateful Dead zu mögen. Williams sei in allem „größer als das Leben“ gewesen – in Musik, Wrestling und Freundschaft.

Matt Hardy und Carson Pace trauern öffentlich

Wrestler Matt Hardy schrieb, Williams sei ein freundlicher, lustiger und tiefgründiger Mensch gewesen, talentiert in beiden Welten, die er bewohnte. Carson Pace (The Callous Daoboys) bedauerte, dass er Williams nicht mehr sagen konnte, was er ihm bedeutete. Er erwähnte ein gemeinsames Sepultura‑Cover, das nie zustande kam, und dass er dankbar sei, wenigstens einmal die Bühne mit ihm geteilt zu haben.

Ein Leben zwischen Hardcore und Wrestling

Williams gründete Every Time I Die 1998 mit Jordan Buckley und Michael Novak und spielte auf jedem Album der Band: von der Debüt‑EP THE BURIAL PLOT BIDDING WAR bis RADICAL (2021). Nach der Auflösung 2022 widmete er sich Atomic Rule. Im Wrestling trat er als „The Butcher“ auf, trainierte unter Josh Barnett, Pepper Parks, Brandon Thurston und Mikey Everynite und debütierte 2019 bei AEW. Sein Vertrag lief im Juni dieses Jahres aus.

Williams hinterlässt ein Vermächtnis, das zwei körperlich fordernde Kunstformen verbindet – und eine Gemeinschaft, die noch lange brauchen wird, um diesen Verlust zu begreifen.


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Quelle: METAL HAMMER.de