Kritik zu Anthrax CURSUM PERFICIO

Auch Anthrax scheinen zu den Bands zu gehören, die auf die Zielgerade ihrer Karriere einbiegen. Sie lassen in letzter Zeit immer mal wieder verlauten, dass CURSUM PERFICIO ihr letztes Album sein könnte. Nicht zuletzt bedeutet der Albumtitel übersetzt, dass die Reise zu Ende ist. Das wäre schade, nicht nur, weil dann von den „Big 4“ nur noch (ausgerechnet) Metallica ernsthaft aktiv wären. Das neue Album klingt zudem nicht nach Altersmüdigkeit: Die New Yorker schütteln sich großartige Melodien aus dem Lederjackenärmel (‘The Long Goodbyes’, ‘The Edge Of Perfection’), hacken die Akkorde herunter wie in jungen Jahren (‘NYC 93’, ‘Watch It Go’) und wirken nicht so, als hätten sie uns bereits alles gesagt. Das in Dave Grohls Studio in Los Angeles aufgenommene Werk klingt frisch, ideenreich und eingängig. Typisch Anthrax, eben, die es kein zweites Mal auf diesem Planeten gibt. Da die Rente mit 63 gerade sowieso in der Kritik steht, sollten sich Scott Ian und seine Mannen die Sache also ruhig noch mal überlegen.


Latein war im Abi nicht gerade mein Lieblingsfach, dafür weiß ich CURSUM PERFICIO sehr zu schätzen. Anthrax genießen ihre künstlerische Freiheit und moshen und rocken frei von allen Genre-Grenzen. Das verkörpert jugendliche Ungeduld ebenso wie altersweise Kompositionskunst. Das Einzige, was diesem Album komplett abgeht, sind Hits. Matthias Weckmann (5 Punkte)

Als Mitglied der Big Four des Thrash Metal haben Anthrax sehr konkrete Erwartungen zu erfüllen. Dass die Genre-Veteranen aber mal so richtig auf die Vorlieben der Fans pfeifen und eine Art Fusion aus dem (neben LULU) umstrittensten Metallica-Album ST. ANGER sowie frühen Soundgarden auftischen, zeigt: Scott Ian und Co. haben Oliver Kahn zugehört. Sicher nicht ihre beste Scheibe, aber angenehm erfrischend. Lothar Gerber (5 Punkte)

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Quelle: METAL HAMMER.de