Kritik zu QUEENS OF THE DEAD
Mit ihrem Spielfilm-Debüt ‘Queens Of The Dead’ versetzt Tina Romero die Zombieapokalypse in einen queeren Club. Obwohl die Tochter des ikonischen Horror-Regisseurs George A. Romero (‘Night Of The Living Dead’) bewusst auf das Vermächtnis ihres Vaters anspielt, hat sie ihr eigenes, urkomisches Zombie-Universum erschaffen.
Horror hat seit vielen Jahrzehnten in queeren Subkulturen große Fan-Gemeinden gefunden. Von Frankensteins Monster bis Dracula: Monster symbolisieren diejenigen, die von der konventionellen Gesellschaft abgelehnt werden – eine Ausgrenzung, die viele queere Menschen nur zu gut verstehen. ‘Queens Of The Dead’ versammelt dabei ein „Who’s who“ queerer Darsteller und Social Media-Influencer. Mit dabei sind unter anderem Katy O’Brian (‘Love Lies Bleeding’), Broadway-Legende Cheyenne Jackson und Dominique Jackson (‘Pose’).
Zwischen Zombies, Trash und Satire
‘Queens Of The Dead’ ist satirisch, absurd und extrem trashig zugleich. Wer nervenaufreibenden Horror erwartet, dürfte enttäuscht werden – doch genau das versucht der Film auch gar nicht zu erreichen. Im Gegenteil: ‘Queens’ ist sich des eigenen Kitsches bewusst und verliert zu keinem Zeitpunkt sein Augenzwinkern.
Überraschend gut gelingt dem Film dabei auch der Spagat zwischen seinem humorvollen Ton und emotionalen Momenten. Tina Romero fängt die Essenz queerer Beziehungen und Freundschaften ein: Es gibt zwar jede Menge Seitenhiebe untereinander, aber ebenso viel Zärtlichkeit und gegenseitige Unterstützung bei den vielen Herausforderungen, die queere Menschen erleben.
Visuell schwach, aber mit queerer Brillanz
Die Kameraarbeit entpuppt sich schnell als die größte Schwäche von ‘Queens’. Mit Ausnahme einer kreativ umgesetzten Slowmotion-Szene arbeitet der Film größtenteils mit sich immer wiederholenden Medium-Shots auf Augenhöhe der Darsteller.
Dadurch fühlt sich der Film trotz seines Charmes stellenweise wie ein Comedy-Sketch in Spielfilmlänge an. Würden visuelle Ansätze stärker dazu genutzt werden, die Szenen erzählerisch weiterzuentwickeln, könnte das die Qualität des Films enorm steigern. Dass dies auch mit kleinem Budget und im Horror-Comedy-Genre funktioniert, haben bereits Filme wie ‘All You Need Is Blood’ (2024) oder ‘Tragedy Girls’ (2017) gezeigt.
Doch trotz fehlender Experimentierfreude hinter der Kamera ist es die queere Subkultur, die hier perfekt auf die große Leinwand gebracht wird. Tina Romero beweist ein feines Gespür für den besonderen Humor, die Eigenheiten und den starken Zusammenhalt innerhalb der LGBT+-Community.
ÄHNLICHE KRITIKEN
Fido :: Zombie Comedy
ÄHNLICHE ARTIKEL
Erster Einblick in Foo Fighters‘ Horror-Komödie ‘Studio 666’
Am 25. Februar 2022 soll die Foo Fighters-Horror-Komödie ‘Studio 666’ in über 2000 Kinos anlaufen. Inzwischen gibt es eine erste Vorschau des Films.
Zakk Wylde findet, Ozzy Osbourne könnte Comedy machen
Dass Ozzy Osbourne ein humorvoller Typ ist, ist bereits bekannt. Laut Zakk Wylde könnte der Musiker sogar im Comedy-Genre sein Geld verdienen.
Bruce Dickinson: Karteikarten und Comedy
Um köstliche Anekdoten ist Iron Maiden-Sänger Bruce Dickinson nie verlegen. Heute: Lächerliche Hosen und woher die Idee mit den Karteikarten stammt.
Quelle: METAL HAMMER.de
















