Kritik zu Kamelot DARK ASYLUM
Kamelot gehen den mit dem Vorgängeralbum eingeschlagenen Weg konsequent weiter: Wie schon auf THE AWAKENING (2023) wirft die US-stämmige Band allzu belastenden Prog-Ballast über Bord, um mit Eingängigkeit und Bombast zu punkten. DARK ASYLUM führt durch eine gespenstische Anstalt, deren Gewölbe sich in Wort und Klang mystisch, märchenhaft und schillernd öffnen. Die Power-Metaller um Gitarrist Thomas Youngblood und Sänger Tommy Karevik bestätigen sich als formidable Geschichtenerzähler: Vor allem das eröffnende Trio (das Intro als eines von drei kurzen Instrumentals ausgelassen) aus ‘Ashen World’, ‘Dark Asylum’ und ‘Sanctuary’ fesselt mit seiner Mixtur aus drastischem Anime-Intro und Avantasia-Ohrschmeichelpomp. Progressiv bedeutet bei Kamelot stiloffen: opernhafte Gesänge von Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis) verschmelzen mit Growls von Ignacia Fernández (Miss World Chile 2025), schillernde Melodien und dramatische Chöre mit düsterer Atmosphäre und Modern Metal-artigen Breakdowns. Den Kern bilden durchweg große Refrains mit maximalem Schmachtfaktor. Apropos Avantasia: Tobias Sammet unterstützt die Label-Kollegen in ‘One Last Masquerade’. Während die balladesken ‘Ivy, My Dear’ und ‘Beneath The Moon (Tunglið)’ von Folk-Einflüssen zehren, bezaubert ‘Cassandra’s Disease’ verschwörerisch-magisch und befreit-tänzelnd. Einzelne Songs (‘Kaleidoscope’, ‘Enigma (Think Of Me)’) mögen etwas substanzlos bleiben, das Gros von DARK ASYLUM aber begeistert mit dringlichen Melodien und theatralischen Momenten in einer Dichte, die kaum ein Kamelot-Album bislang erreichen konnte.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















