Kritik zu Krallice SCOUR ORDER

Es ist jetzt bald zwanzig Jahre her, dass die New ­Yorker Artschool-Black-Metaller Krallice begannen, Gehirnwindungen auf links zu drehen. Ihr Mathcore-trifft-Mayhem-Sound war schon immer weder leichte Kost noch allgemein als Kvlt akzeptiert, Tatsache ist aber auch, dass exakt niemand so klingt wie sie. Der Treiber ihrer Musik findet sich im Wechselspiel der ­Gitarren von Colin Marston und Mick Barr, deren dissonante, manchmal atonale Motive sich zu mäandernden Girlanden verweben, während Lev Weinstein ­nervös-hektische Polyrhythmik in die Trommelfelle klopft und irgendjemand metaphysischen Unfug ins Mikro krakeelt. SCOUR ORDER ist insofern eine Rückkehr zu den Wurzeln, als dass das Album nicht wie viele zuletzt als „Dark Drop“ bei Bandcamp auftaucht, sondern bei ihrem ursprünglichen Label Profound Lore eine geregelte Veröffentlichung erfährt. Und es ist vergleichsweise musikalisch nachvollziehbar, wenn man einen Schritt zurückgeht und diese flirrenden, flirtenden Avantgardismen als sich dynamisch verformende, amorphe Klangwolken vereinnahmt. Anstrengend, aber schön!

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Quelle: METAL HAMMER.de