Architects-Sänger Sam Carter machte Kritik an seiner Stimme fertig

Architects-Frontmann Sam Carter hat sich mit einer offenen Nachricht an die Fans gewandt. So leidet der Brite extrem darunter, dass er aufgrund seiner Stimmprobleme kritisiert wird. Der 38-Jährige berichtet unter anderem von Auftrittsangst. Des Weiteren will der Musiker nun nicht mehr versuchen, perfekt zu sein. Für die bevorstehende Tournee mit Korn hat sich der Metaller etwas konkretes vorgenommen.

Ständige Bewertung

„Es ist an der Zeit, dass ich hier ehrlich bin“, leitet Sam Carter seine Stellungnahme ein. „Und das wird nicht leicht sein, denn ich habe letztes Jahr unermüdlich daran gearbeitet. Meine Ängste und der ständige Fokus auf meine Stimme haben dazu geführt, dass mir die Freude am Auftreten völlig abhandengekommen ist. Wenn ich heute versuche zu schreien, hält mich eine innere Stimme davon ab, den Job zu erledigen, den ich seit etwa zwanzig Jahren mache. Nun hat das nicht bei mir selbst angefangen. Es ist die öffentliche Diskussion über meine Stimme und die ständige Verurteilung, die mich in einen Tunnel geführt haben, aus dem ich nur schwer wieder herausfinde.

Nach Rock am Ring wurde es richtig laut — dort hatte ich einen echt harten Tag, an dem ich versuchte, vor rund 90.000 Menschen eine neue Technik anzuwenden. Je mehr ich es versuchte, desto grausamer wurden die Kommentare im Lauf des Sommers – bis ich schließlich körperlich und emotional völlig am Ende war. Meine Auftrittsangst war außer Kontrolle geraten. Und ich konnte gar nichts an der Band oder daran genießen, auf der Bühne zu sein. Seit dem Sommer habe ich unermüdlich daran gearbeitet, mein Schreien wieder dorthin zu bringen, wo es hingehört.

Auch nur ein Mensch

Ich möchte David von der Extreme Vocal Academy für seine Hilfe danken – dafür, dass er versucht hat, den Teil von mir wieder freizulegen, der unter all der Negativität verschüttet war. Ich möchte an dieser Stelle offen sagen: Alles, was ich bisher versucht habe, und der Stress, den ich mir selbst mache, verschlimmern letztendlich die Situation und meine psychische Gesundheit. Es ist so weit gekommen, dass sich die Menschen, die mich lieben, Sorgen um mich machen. Heute hat es mich völlig zerrissen, als ich versucht habe zu beschreiben, wie ich mich fühle und wie erdrückend diese Last mittlerweile geworden ist. Meine Band-Kollegen und meine Frau waren mir letztes Jahr eine unglaubliche Stütze.

Ich kann kaum in Worte fassen, wie geliebt ich mich fühle. Doch es ist an der Zeit, euch einzuweihen, wie sehr mich das alles zermürbt. Die Kommentare und die Verurteilung sind einfach zu viel geworden. Ich bin auch nur ein Mensch und gebe dort oben mein Bestes. Manches wird nicht perfekt sein. Ich gehe jede Woche zur Therapie und nehme Medikamente gegen meine Angstzustände. Glaubt mir: Ich habe wirklich alles versucht, was in meiner Macht steht. Ich bin nicht mit einer perfekten Gesangstechnik aufgewachsen. Ich bin erwachsen geworden, indem ich geschrien habe und mich selbst kaum hören konnte, während wir vor leerem Haus gespielt haben.

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Ich bin hier einfach ehrlich und lasse los. Ich habe von einem ‚Sam ist zurück!‘-Moment geträumt, aber so ist das echte Leben nicht. Vielleicht ist das jetzt genau der richtige Moment für mich, in ein Leben zurückzukehren, in dem ich nicht jede wache Minute über diesen ganzen Mist nachdenken muss. Auf dieser Tour mit Korn werde ich die Texte mit Leidenschaft und Entschlossenheit herausschreien. Schließlich möchte ich wieder an einen Punkt kommen, an dem ich einfach Spaß mit meinen Freunden auf der Bühne habe. Es wird nicht perfekt sein, aber das bin ich auch nicht. So ist das nun mal. Seid lieb zueinander. Man weiß nie, was ein anderer Mensch gerade wirklich durchmacht.“

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Quelle: METAL HAMMER.de