Kritik zu Fervence CONSTRUCTS

Metalcore klang noch nie so episch: Die junge Band aus Texas entwickelt mit einer Vielzahl von atmosphärischen Elementen trotz treibender Hardcore-Beats einen dramatischen, beinahe cineastischen Klang. Dazu trägt maßgeblich Vokalistin Stevie bei, die problemlos zwischen markanten Screams und majestätisch klingendem Klargesang wechselt. Auch die Produktion sticht hervor. Statt sich langsam von melodischen Momenten zu härteren Ausbrüchen vorzuarbeiten, eröffnen die Songs mit donnernden Gitarren und enormem Tempo. Wuchtige Screams reißen einen aus der Ruhe, bevor nahtlose Übergänge zu Pop-Klängen in Strophen folgen. Zwar wirkt in sanfteren Momenten der Sound an einigen Stellen etwas zu glattgebügelt, doch die Ausnahmen überzeugen umso mehr. Die schweren Beats von Chris Tufino verleihen ‘Constructs’ spürbaren Druck. Sanfte Ambient-Klänge werden nach und nach von massiven Gitarrenwänden überlagert, bevor sich diese wieder zurückziehen. So entsteht ein stetiges Spiel zwischen Harmonie und Härte. Das Deftones-inspirierte ‘Oculum’ setzt mit tiefgestimmten, verzerrten Gitarren einen besonders schwermütigen und launischen ­Kontrapunkt. ‘Zenith’ verarbeitet die emotionalen Folgen langwieriger gesundheitlicher Probleme. Der permanent rasende Rhythmus mit fast durchgehend harschen Vocals vermittelt das beklemmende Gefühl, im eigenen Körper gefangen zu sein. Mit einem frischen Metalcore-Klang, der immer wieder symphonische Facetten offenbart, hinterlässt CONSTRUCTS bleibenden Eindruck.

***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***



Quelle: METAL HAMMER.de