Kritik zu John Diva & The Rockets Of Love YOUR FAVORITE DRUG
Mit ihrem neuen Album wollen John Diva & The Rockets Of Love größtenteils in das Jahrzehnt der toupierten Haare, der riesigen Träume und der noch gewaltigeren Hymnen eintauchen. Das ist super, weil ich genau in diesem Jahrzehnt (hallo Scorpions, Europe, Bon Jovi und Bonfire!) meine Liebe zur Gitarrenmusik entdeckte. Und auch die sehr viel später gegründeten John Diva & The Rockets Of Love sind seit nunmehr über 15 Jahren und mittlerweile vier Alben der Meinung, dass die Achtziger gefeiert werden müssen. Das tun sie auch auf YOUR FAVORITE DRUG mit Unterstützung von Produzent Hannes Braun durchaus authentisch und kompetent. Die Scheibe verbreitet gute Laune unter der kalifornischen Sonne, auch wenn die Herren bekanntlich keine amerikanischen Hair Metal-Veteranen sondern eine deutsche Band sind, die das Spiel mit der Achtziger Jahre-Übertreibung längst zur eigenen Kunstform erhoben hat. Entsprechend gibt es kernige Gitarren, große Refrains und Melodien, bei denen die Dauerwelle praktisch von alleine wächst. Was man nicht erwarten darf, sind überraschende Wendungen oder irgendwelche Ergänzungen zu jenem musikalischen Spektrum, das der geneigte Hairspray-Rocker ohnehin zu Hause im Regal stehen hat. Ich bin mir allerdings nicht einmal sicher, ob John Diva & The Rockets Of Love überhaupt darauf aus sind, ihrem Lieblingsjahrzehnt etwas Neues hinzuzufügen. YOUR FAVORITE DRUG will offensichtlich keine Revolution anzetteln, sondern eine Party feiern. Wer die Originale liebt, kennt jeden Bestandteil dieser Droge längst – aber gegen einen weiteren Schuss unbeschwerte Lebensfreude ist schließlich nichts einzuwenden.
***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***
Quelle: METAL HAMMER.de

















