Nur „bruchstückhafte Erinnerungen“ an die Achtziger
Anfang Oktober ist Alice Coopers Autobiografie ‘Devil On My Shoulder’ erschienen. Auf der dazugehörigen Tour, bei der der Schock-Rocker sein Buch bewirbt, steht der 78-Jährige auch seinem Publikum Rede und Antwort. Beim Termin in Glasgow am 19. Oktober reflektierte Cooper die Tiefpunkte seiner Kokainabhängigkeit Anfang der Achtziger Jahre. Die Konversation wurde in einem Fan-Video festgehalten und bringt Interessantes ans Licht.
Bruchstückhafte Erinnerungen
„Wir haben früher immer ein bisschen Koks durch die Nase gezogen“, erzählt der legendäre Musiker auf besagten Lebensabschnitt zurückbückblickend. „Man spürt diese Euphorie, einen Rausch im ganzen Körper, und ist sich absolut sicher, dass man Berge versetzen kann – während man in Wirklichkeit zu gar nichts mehr in der Lage ist. Ich habe drei Alben in diesem Zustand geschrieben, kann mich aber nicht daran erinnern, sie aufgenommen zu haben. Ich weiß nicht mehr, wie ich sie geschrieben habe. Ich kann mich nicht an die dazugehörigen Tourneen erinnern. Nur bruchstückhafte Erinnerungen sind geblieben. Es war wirklich eine beängstigende Zeit.“
Bizarrer als üblich
Cooper fuhr fort: „Die Leute fragen mich ständig: ‚Wenn du in die Vergangenheit zurückkehren und eine Sache ändern könntest – was wäre das?‘ Und sie denken wahrscheinlich, es wäre genau das. Aber die Erfahrung mit der Alkohol- und Kokainabhängigkeit hat mir so viel über mich selbst beigebracht. Wenn ich heute vor Jugendlichen über Drogen und Alkohol spreche, kann ich das aus einer Position heraus tun, die mir erlaubt, auf die Frage ‚Was weißt du schon darüber?‘ zu antworten: ‚Ich habe früher zusammen mit Jim Morrison Drogen genommen, klar?‘ Und sie fragen dann nur: ‚Mit wem?‘“
Der The Doors-Fontmann war, wie viele seiner Zeitgenossen, in den Sechziger- und Siebziger Jahren nicht nur für seine Musik berühmt. Auch eingehende Experimente mit bewusstseinsverändernden Substanzen standen seinerzeit auf der Tagesordnung. Während der Arbeiten an FROM THE INSIDE (1978) kam Alice Cooper schließlich mit Kokain in Kontakt. 1981 erlitt er zudem einen Rückfall in den Alkoholismus. Diese Kombination wirkte sich hörbar auf die Musik der darauf folgenden drei Jahren aus. Die Alben – insbesondere die Texte – aus dieser Zeit gelten als äußerst bizarr.
„Aber ich glaube, so war es geplant“, fügt Cooper letztlich hinzu. „Jetzt, 43 Jahre später, verspüre ich nicht einmal den Drang, etwas zu trinken oder Drogen zu nehmen – und dabei war ich früher das Paradebeispiel für genau dieses Verhalten. Ich halte das für ein modernes Wunder.“
—
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.
Quelle: METAL HAMMER.de
















