So wurde Jørn Lande zu seinem Sänger
Das komplette Interview mit Tony Iommi und Jørn Lande findet ihr in der METAL HAMMER-Novemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
Ohne Frage ein in jederlei Hinsicht geglücktes Unterfangen, zu dem der norwegische Hard Rock- und Metal-Sänger gewiss (s)einen nicht unerheblichen Teil beigetragen hat. Lande, bislang bekannt von seinen Aktivitäten mit der Gruppe Masterplan, seiner (Solo-)Band Jorn oder als gern gesehener und gehörter Gast von Tobias Sammets All-Star-Projekt Avantasia als die ultimative Trumpfkarte in Tonys neuem Band-Blatt zu bezeichnen, ist sicher keine Übertreibung. Vor allem auch deshalb, weil der gebürtige Norweger eben nicht die naheliegendste Sängerwahl darstellte. So hatte beispielsweise im Rahmen der 2024er-Boxset-Veröffentlichung ANNO DOMINI 1989-1995 die jüngere Wiederannäherungen von Tony Iommi und Tony Martin, dem langgedienten Black Sabbath-Sänger aus deren Spätphase, für erneute Zusammenarbeitsspekulationen gesorgt.
Wilde Spekulationen
Doch weder Martin noch Ausnahmeorgan und ehemaliges Deep Purple-Mitglied Glenn Hughes, der bereits auf SEVENTH STAR, THE 1996 DEP SESSIONS sowie FUSED mit Iommi gemeinsame Soloalbumsache gemacht hatte, sollten den Vokalistenzuschlag für FROM THE DARK bekommen. Dabei überrascht in unserem digitalen News-Lauffeuerzeitalter die Tatsache umso mehr, dass der Name Jørn Lande erst recht spät ans Licht kam. Letzten Endes war es Geezer Butler, der sich online dahingehend verplappert hatte, dass Iommis neuer Sänger aus Schweden käme. „Das sorgte für wilde Spekulationen in Bezug auf potenzielle schwedische Sänger“, feixt Lande.
„Die Gerüchte und Vermutungen reichten von Europes Joey Tempest über Ghosts Tobias Forge bis hin zu Erik Grönwall“, so der Sänger ob des munteren Rätselratens genauso amüsiert wie über Butlers vermeintliche (?) Finte. „Ich bin während der Pandemie vor ein paar Jahren von Norwegen nach Schweden gezogen, um hier einen neuen Anfang zu wagen. Insofern hatten mich die meisten nach Geezers Ausrutscher vermutlich nicht auf dem Schirm. Oder er hatte wiederum einfach vergessen, dass ich ursprünglich Norweger bin. Bei den Briten und ihrem speziellen Humor weiß man das nie so genau. Egal, ob beabsichtigt oder aus Versehen, es war auf jeden Fall ein gutes Ablenkungsmanöver“, so der Sänger schmunzelnd.
Enttäuschung
Trotz des gelungenen Überraschung darf man jedoch nicht vergessen, dass auch Lande und Iommi eine gemeinsame Vergangenheit eint, auch wenn diese etliche Jahre zurückliegt. Schon in Iommis Autobiografie ‘Iron Man’ findet der Name des norwegischen Stimmwunders eine erste und zudem durchaus anerkennende Erwähnung: „Ende 2004 begann ich mit der Arbeit an meinem nächsten Soloalbum. Zunächst versuchten wir es mit einem Sänger namens Jørn Lande von der deutschen Band Masterplan. Er war ein netter Typ mit einer großartigen Stimme, die stark nach Ronnie James Dio klang. Dann aber stellte sich heraus, dass Glenn Hughes ebenfalls Zeit hatte, erneut an einem Album mit mir zu arbeiten“, schreibt Iommi in seinen Memoiren.
„Ich war damals natürlich enttäuscht, als aus unseren ersten gemeinsamen Demos nichts weiter wurde“, blickt Lande zurück. „Nachdem das FUSE-Album mit Glenn herausgekommen war, sprachen Tony und ich erneut über eine mögliche Zusammenarbeit. Wir redeten sogar schon über die Möglichkeit von Liveshows. Doch dann kam Ronnie James Dio zurück“, so Lande über die Zeit von 2006 bis 2010 und damit die Band, zu der neben Dio und Iommi auch wieder Geezer Butler und Vinny Appice zählten und die als Heaven & Hell (die eigentlich adäquatere Gruppenbezeichnung Black Sabbath wurde aus Abgrenzungsgründen damals nicht verwendet – Anm.d.A.) von sich reden machen sollte.
Verbindung verstärkt
„Das Album, das sie dann eingespielt haben (THE DEVIL YOU KNOW – Anm.d.A.), ist so kraftvoll und stark, dass dies alle Enttäuschungen meinerseits weggeblasen hat. Es war einfach Fügung, dass sie sich wieder zusammengetan hatten.“ Landes nächste Begegnung mit Tony Iommi – sowie auch Glenn Hughes – folgte jedoch schon bald. Wobei der Anlass leider ein trauriger war: Am 16. Mai 2010 erlag Ronnie James Dio im Alter von 67 Jahren einem Magenkrebsleiden. Daraufhin hielt schon im Juli desselben Jahres im Rahmen des Londoner High Voltage-Festivals die verbliebene Heaven & Hell-Mannschaft mit Unterstützung von Hughes und Lande ein einmaliges Tributkonzert zu Ehren des Verstorbenen ab.
Lande gab dabei unter anderem ‘The Mob Rules’ und ‘Voodoo’ (beide von MOB RULES), ‘I’ von DEHUMANIZER sowie ‘Die Young’ vom Album HEAVEN AND HELL zum Besten. „Das hat die Verbindung von Tony und mir verstärkt und wir hatten in der Folge sporadisch sogar immer wieder mal Kontakt“, so der Sänger. „Tony sagte immer, dass wir eines Tage endlich was zusammen machen müssen. Als aber sehr lange nichts passiert war, hatte ich die Hoffnung fast aufgegeben. Nachdem sich Black Sabbath bereits zurückgezogen hatten und das Thema Ruhestand omnipräsent wurde, war ich, als Tony eines Tages tatsächlich am Telefon war, doch überrascht. Ich hatte fast nicht mehr damit gerechnet, um ehrlich zu sein. Aber so läuft das eben manchmal. Wenn man nicht mehr daran denkt, kommen die Dinge auf einmal ins Rollen!“

Traum erfüllt
Nachdem Lande erste Stimmproben für ein paar der neuen Song-Ideen abgeliefert hatte, war auch Parfümprofi Iommi schnell klar, dass er mit Lande als einzigem Sänger den richtigen Riecher beweisen würde. Für den Skandinavier seinerseits ging mit der Zusammenarbeit ein langgehegter Traum in Erfüllung. „Er hätte jeden Sänger fragen und haben können. Insofern fühle ich mich natürlich sehr geehrt und privilegiert. Welcher Rock- oder Metal-Sänger würde nicht gerne ein Album mit einer Legende wie Tony aufnehmen? Für mich fühlt es sich an, als würde sich all die harte Arbeit nun auszahlen und ich bin sehr glücklich darüber, dass mich mein bisheriger Karrierepfad an diesen Punkt geführt hat“, weiß Lande die glückliche Schicksalsfügung zu schätzen.
Wie Iommi seine Mitmusiker auswählte, wie die Arbeit in mehreren Studios ablief und welche Zukunftspläne Tony Iommi hat, lest ihr in der METAL HAMMER-Novemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!
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Quelle: METAL HAMMER.de
















