Kritik zu Triosphere OCEANS ABOVE, STARS BELOW

Lange war es still um ­Triosphere. Nachdem drei Alben die Band recht prominent auf der Landkarte des skandinavischen Metal platziert hatten, begannen 2016 die Arbeiten an einem neuen Werk. Diese dauerten offenbar länger als erwartet: Zwölf Jahre nach dem Vorgänger erscheint mit OCEANS ABOVE, STARS BELOW nun das Comeback der beinahe in Vergessenheit geratenen Melodic-Metaller. Die lange Wartezeit hat sich jedoch gelohnt, denn die Platte bündelt all das, was bereits früher den Reiz der Norweger ausmachte. Progressive Elemente zeigen sich vor allem in den verspielten, aber dennoch kraftvoll zupackenden Gitarren- und Schlagzeug-Parts. Gleichzeitig setzt die Band auf episch ausladende Melodien, die immer wieder an schnörkellosen Power Metal angrenzen. Das allein ergibt bereits eine überzeugende Mischung, doch die Show stiehlt erneut Sängerin und Bassistin Ida Haukland. Ihre klare Stimme flüchtet sich weder in schrilles Power Metal-Pathos noch in übermäßig symphonische Gesangslinien. Stattdessen besitzt sie genügend Tiefe und Charakter, um das Album auch über zwölf Stücke hinweg zu tragen. Zudem beweist Haukland melodische Vielseitigkeit: ‘Shorelines’ überrascht mit geradezu überschwänglichen Tönen, während ‘Orpheus’ Bane’ rauen, ordentlich metallischen Abrieb liefert. Ein Comeback, das Lust auf mehr macht.

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Quelle: METAL HAMMER.de