Kritik zu Mastic Scum VOID

Seit ihrer Gründung Anfang der Neunziger Jahre haben Mastic Scum mit verschiedensten Extreme-Spielarten experimentiert. Inzwischen verschmelzen Einflüsse aus Death-, Industrial- und Groove Metal sowie Grind- und Hardcore zu einem Stil, der unweigerlich an Fear Factory erinnert. Auch auf ihrem siebten Album VOID erweisen sich die Cyber Metal-Vorreiter als naheliegende Referenz: Stakkato-Riffs und mechanische Rhythmen formen präzise Einheiten auf synthetischen Teppichen. Dabei musizieren die Österreicher ähnlich kühl, steril und dystopisch wie ihre kalifornischen Kollegen, schreiten jedoch weniger melodisch ans Werk und verzichten auf süßen Klargesang. Stattdessen schlagen sie mit Tapping-Soli Brücken zum klassischen Heavy Metal (‘Arise//Erase’, ‘Deathwish’), drehen die Härteschraube weiter und blicken über den Tellerrand. Blast-Attacken streifen den Deathcore (‘D-Termination’, ‘Synthetic Catharsis’), und bedrohliche Stampfer den Djent (‘Experiment On Obedience’). Gemeinsam mit klaustrophobischen Leads weckt Schlagzeugneuzugang Stephan Huber zudem Erinnerungen an Slipknots Anfänge (‘Thoughtcrime’, ‘Aftermath’). Wirklich neu ist das alles nicht. Auch vereinzelte Durststrecken (‘The Avoidance’) trüben den Gesamteindruck. Überwiegend hämmert VOID aber zielsicher ins Zentrum all jener, die sich an Déjà-vus nicht stören und neben Fear Factory auch Sybreed, Gojira und Konsorten in ihr Herz geschlossen haben.

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Quelle: METAL HAMMER.de