Kritik zu Satanic Planet DEAD DEITIES
Powerviolence auf dem Rummelplatz, von der Decke hängende Clowns, Noise mit Hip-Hop-Groove und infernalischer Lärm: Unter dem Namen Satanic Planet hat sich eine Supergroup gefunden. Texte und Spoken Word kommen von Lucien Greaves, dem Mitgründer und Sprecher des Satanic Temple, der in den USA vor allem als Sozialaktivist auftritt. Für die Beats sorgt Luke Henshaw, der akustische Fundstücke und Uralt-Synthies zu abartigen Soundscapes verbaut. Dritter im Bund ist Dave Lombardo, hier ähnlich unterwegs wie bei Mr. Bungle und Fantômas. Als Krönung die übergeschnappte Stimme von Justin Pearson von The Locust. Sie alle eint ein Gegner: der gegenwärtige Zustand der USA unter seiner Phalanx aus religiösen Heuchlern, Tech-Bros und malignen Narzissten. Ihr Ziel: die Inhumanität dieser Akteure zu beenden. Dazu ist jedes musikalische Mittel recht. Der dystopische Slow Burn von Neunziger-Industrial Metal à la Skrew gepaart mit Zirkusorgel, subsonischen Bässen und Collagen wie bei Foetus/Clint Ruin passt exzellent zu Greaves’ Botschaften – einem Gospel, der radikal auf Selbstbestimmung pocht. Ob es dem Projekt jedoch gelingt, mit diesem Soundtrack einer Wurzelbehandlung wirklich „Wohlwollen und Empathie“ zu fördern, wie sie sagen, sei dahingestellt. Es wirkt aber ungemein befreiend. Banger zum Reinhören: ‘Sam Alito’s Mom’ und der Titel-Track.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















