Iron Maiden machen weiter, bis noch jemand aufhört, sagt McBrain
Im Zuge der Lesereise zu seiner kürzlich erschienenen Autobiografie ‘Hello Boys And Girls!’ plaudert Nicko McBrain allerorten aus dem Nähkästchen. Meist geht es dabei gewiss um seinen gesundheitlich bedingten Rückzug von Iron Maiden. Im Gespräch mit den Rockonteurs stellte der 74-Jährige nun die Mutmaßung auf, dass die britischen Heavy Metal-Ikonen solange weitermachen werden, bis ein weiteres Mitglied aufgrund seines Alters seinen Hut nimmt.
Top Zusammenhalt
Zunächst sinnierte McBrain darüber, wie toll es war, dass das ganze Iron Maiden-Team ihm den Rücken gestärkt hat. „Das bringt einfach die Kameradschaft auf den Punkt. Dass all meine Brüder mich unterstützt haben und sich bei zwei Tourneen — der ersten und zweiten Etappe der ‚The Future Past‘-Tour 2023 und 2024 — hinter mich gestellt haben standen und befanden: ‚Okay, lass es uns einfach machen.‘ Aber ich lieferte nicht mehr so gut ab, wie ich es hätte können oder sollen. Denn ich konnte als diese Parts wie etwa das Intro von ‘The Trooper’ oder den Mittelteil von ‘Somewhere In Time’ — diese wunderbaren Drumfills, die ich 42 Jahre lang gespielt habe — nicht mehr spielen.
Doch die Jungs standen einfach komplett hinter mir. Auch [die Iron Maiden-Manager] Rod [Smallwood], Andy [Taylor], Shacky [Dave Shack] und das gesamte Team im Büro hielten alle zu 100 Prozent zu mir. Solch eine Beziehung über so lange Zeit mit der Band und seinen Weggefährten zu haben, spricht Bände über die Energie und die Liebe, die sie mir entgegengebracht haben. Es war eine schwere Entscheidung — wobei sie eigentlich nicht schwer war. Aus persönlicher Sicht war es hart, zu sagen: ‚Ich trete zurück‘. Und nächstes Jahr feiern wir auch noch unser 50. Jubiläum — das hinter mir zu lassen, fiel mir schwer.“
Arbeitsteilung
Außerdem gab Nicko noch seine Vorstellungen davon zu Protokoll, wie er sich an einem potenziellen neuen Iron Maiden-Album einbringen könnte. „Ich würde gerne ein paar Songs spielen. Das ganze Album würde ich nicht machen. Ich glaube nicht, dass ich dazu in der Lage wäre. Schauen wir uns nur mal die Songs an, die Steve [Harris, Bassist], Bruce [Dickinson, Sänger], Adrian [Smith, Gitarrist] und Janick [Gers, Gitarrist] schreiben. Nehmen wir ‘Dance Of Death’ mit all diesen wunderbaren, irgendwie fetzigen Passagen. So würde ich gerne bei zwei oder drei Songs trommeln. Außerdem sitzt ja jetzt Simon [Dawson, British Lion] an den Drums , er hat meinen Schlagzeugthron übernommen. Daher gehe ich davon aus, dass er die Platte einspielt. Und ich würde gerne bei zwei oder drei Liedern als Gast mitmischen. Das wäre eine schöne Sache.“
Dann sollte McBrain einschätzen, wie lange es Iron Maiden noch geben wird. „All die Jungs haben die 65 Jahre-Marke überschritten. Selbst das Küken der Band ist dieses Jahr 67 geworden, wenn ich mich nicht irre [das jüngste Stammmitglied Bruce Dickinson ist 68 geworden, Live-Drummer Simon Dawson ist 63]. Nach mir kommt dann Harry [Steve Harris]. Sie haben gerade eine Nordamerika-Tournee für nächstes Jahr angekündigt. Wenn man das so sieht, könnte danach vielleicht noch Zeit für ein neues Album sein, falls sie sich dazu entscheiden sollten. Ich persönlich glaube, dass sie so lange weitermachen werden, bis jemand anderer in der Band sagt: ‚Ich kann nicht mehr.‘ Und für mich sieht es wirklich nicht danach aus, dass das in Bälde geschehen würde.“
—
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.
Quelle: METAL HAMMER.de
















