„Wir hatten uns im Mainstream verloren.“

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Als Blind Channel 2024 verkündeten, eine Pause auf unbestimmte Zeit einzulegen, kam das überraschend. Denn spätestens seit ihrer Single ‘Darkside’ und dem Auftritt beim Eurovision Song Contest 2021, bei dem sie den sechsten Platz belegten, hatte die bis dato noch als Sextett auftretende finnische Band internationale Bekanntheit erlangt. Etwa ein halbes Jahr später kam der nächste Schlag: Co-Sänger Joel Hokka verließ die Band aus musikalischen Gründen.

Wieder zur Musik finden

„Wir waren sehr erschöpft und ausgebrannt, wussten aber nicht recht, wieso“, erzählt der nun alleinige Frontmann Niko Moilanen. „Der Hiatus wurde von der Presse zwar sehr dramatisch dargestellt, war aber eigentlich schlicht musikalischer Ursache. Wir hatten sehr viel zu tun und waren so viel unterwegs, dass wir dabei die Musik aus den Augen verloren hatten. Wir brauchten ein paar Monate Urlaub und Zeit mit unseren Liebsten.“ Doch Blind Channel merkten rasch, dass noch nicht alles gesagt ist. „Wir sind schnell wieder ins Studio gegangen, aber ohne Deadline“, berichtet Niko. „Wenn man eine Deadline hat, arbeitet man immer gegen sich. Doch unser Ziel war es, wieder zur Musik zu finden.“

Trotzdem ließen die Finnen die Studiozeit nicht ganz ohne Vorgaben verstreichen, wie Niko erzählt: „Wir haben uns vorgenommen, keine Referenzen zu schon existenter Musik zu ziehen und uns keine Inspiration bei anderen Künstlern zu holen. Wir haben einfach unsere Instrumente in die Hand genommen und geschaut, was aus unserem Innersten kommt.“ Umso überraschender ist das Endergebnis, PAINSTREAM. Weder in ihrem künstlerischen Auftreten noch in ihrem Sound sind die Jungs wiederzuerkennen, die ihre Musik zuvor selbst als „Violent Pop“ bezeichneten.

Im Mainstream verloren

Statt Rap, DJ-Scratches, Fuck-it-Einstellung und Party-Texten ist ihre Musik nun geprägt von harten Riffs, Soundscapes, vielfältigem Gesang sowie einer Art des melodischen Screamings, das sich Niko in den letzten Jahren bewusst angeeignet hat. „Wir hatten uns irgendwann im Mainstream verloren“, kommentiert er diese Diskrepanz. „Wir dachten immer voneinander, dass es das ist, was die anderen von der Band erwarten. Als wir darüber gesprochen haben, stellten wir fest, dass das nicht der Fall ist.“

Was die persönliche Weiterentwicklung innerhalb der Band bewirkt hat und wie der Albumtitel PAINSTREAM zu verstehen ist, lest ihr in der METAL HAMMER-Novemberausgabe 2026, erhältlich am Kiosk oder indem ihr das Heft bequem nach Hause bestellt. Noch einfacher und günstiger geht’s im Abo!

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Quelle: METAL HAMMER.de