„Blöthar“ reflektiert die traurigen Umstände seiner Rückkehr

Im Lauf ihrer Karriere hatten Gwar viele Besetzungswechsel. Manche davon waren unter traurigen Umständen notwendig. Als Mitbegründer und Frontmann Dave „Oderus Urungus“ Brockie an einer Überdosis Heroin verstarb, kehrte der frühere Bassist Michael Bishop (der originale „Beefcake the Mighty“) zur Band zurück. Die neue Figur „Blöthar the Berserker“ war geschaffen und führt Gwar bis heute an.

Der Tod gehört bei Gwar seit jeher zur morbiden Bühnenwelt. Doch hinter den grotesken Kostümen und blutgetränkten Shows stehen persönliche Verluste, die die Band bis heute prägen. Bishop sieht es daher als wichtige Aufgabe, das Vermächtnis der verstorbenen Weggefährten weiterzutragen.

In einem Interview mit dem Podcast ‘Go With Elmo Lovano’ sprach Mike Bishop kürzlich ausführlich über Brockie. Sein Tod im März 2014 sei für ihn ein schrecklicher Verlust gewesen. Gleichzeit besiegelte dieser Bishops Rückkehr zu Gwar. „Wir hatten immer mal wieder darüber gesprochen, dass ich zurückkehren könnte – zu verschiedenen Gelegenheiten, um Bass zu spielen. Aber solange Dave noch lebte, hat das nie geklappt. Aus irgendeinem Grund kam es einfach nicht dazu. Ich habe ab und zu mit Dave telefoniert; das letzte Mal wahrscheinlich nur wenige Monate, bevor er starb.“

Ungeahntes Talent

Dann betont Bishop Brockies künstlerische Vielseitigkeit: „Vielen ist gar nicht richtig klar, wie talentiert Dave eigentlich war. Ich glaube zwar, die Leute ahnen es schon, aber vielleicht nicht in vollem Umfang. Er war wie Buster Keaton. Er hätte Stand-up-Comedian werden können. Er hätte Schauspieler werden können. Er hätte all das machen können. Aber er wollte lieber mit Mayonnaise in der Hose auf der Bühne herumalbern – bei Gwar oder seinen anderen Punk Rock-Bands. Er besaß einfach eine unfassbare, schier endlose kreative Energie.“

Auch Brockies Abschied habe in gewisser Weise etwas Komödiantisches gehabt. „Wir veranstalteten ein Wikingerbegräbnis für ihn – was ziemlich unterhaltsam war. Wir legten sein Kostüm in ein Boot. Und natürlich – ganz im typischen Gwar-Stil – besorgten sie kein Holzboot, sondern eines aus Fiberglas. Es brannte also nicht ab. Stattdessen schmolz es einfach nur vor sich hin, stank bestialisch und ließ eine schwarze Rauchwolke in den Himmel aufsteigen.“

An dieser Stelle findest du Inhalte aus Youtube

Um mit Inhalten aus Sozialen Netzwerken zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir deine Zustimmung.

Der Tod des damaligen Sängers war nicht der einzige Verlust der Band-Geschichte. 2011 verstarb Gitarrist Cory Smoot während der laufenden Tournee an einer Koronararterienthrombose. Erst im September dieses Jahres erlag Gitarrist/Bassist Chuck Varga, der von 1985 bis 2022 „The Sexecutioner“ mimte, seiner Krebserkrankung.

—
Bestens informiert über dieses und alle weiteren wichtigen Themen im Metal bleibt ihr außerdem mit unserem Newsletter. Einmal pro Woche flattert euch übersichtlich sortiert ein Update ins Postfach. Einfach anmelden, damit euch auch sicher nichts entgeht.

Tony Iommi über das Leben nach Black Sabbath, sein neues Album FROM THE DARK und sein Soloschaffen: Lest die große Titelgeschichte in der aktuellen METAL HAMMER-Ausgabe 11/2026! Jetzt am Kiosk, in unserem Online-Shop und günstig im Abo.



Quelle: METAL HAMMER.de