Kritik zu Mental Cruelty ECHOES OF A FORLORN LAND
Eine dunkle, morbide Wildnis voller Poesie: Das zugleich wunderschöne und blutrünstige Cover von ECHOES OF A FORLORN LAND findet seine perfekte klangliche Untermalung. Im Vergleich zum Vorgänger ZWIELICHT kehren die Karlsruher mit einem besonders unheimlichen Werk zurück. Die für Mental Cruelty typische Epik bleibt dabei keineswegs auf der Strecke. Gewaltige Symphonien und chorale Elemente verleihen den Songs theatralische Tiefe, während eine hypnotische Doublebass und Lukas Nicolais makabre Pigsqueals für unbändige Härte sorgen. ‘Blood For Blood’ erweist sich als meisterhafte Verbindung schwermütiger Folk-Klänge und schwebender Ambient-Passagen, die tief unter die Haut gehen. Gegen Ende gewinnt der Track mit einem stürmischen Rhythmus gewaltig an Wucht, bevor er abrupt und kompromisslos endet. Auch ‘Helheim’ ist von makabren Folk-Melodien, unheilvollen Geigen und ominösem Chorgesang durchzogen. Daraus erwächst eine permanente Grundspannung: ECHOES OF A FORLORN LAND entfaltet die Kraft eines uralten Fluchs, der einen vollkommen gefangen nimmt. Besonders hervorzuheben sind die anspruchsvollen Akkordfolgen, die gleichermaßen mitreißend wie bedrohlich klingen und eine erdrückende Melancholie entfalten. „Ins Meer geworfen, schlummert der Riese; sein dritter Sohn wartet im Ozean und ruht in einem grausamen Traum“: Epische Texte voller poetischer Mythologie und eindringlicher Bildsprache krönen die bislang stärkste LP von Mental Cruelty. ECHOES OF A FORLORN LAND erzeugt ein tiefes Gefühl von Unbehagen und uralter, bösartiger Magie – und ist dabei erschreckend schön.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















