Kritik zu Twin Temple DOOMED LOVERS

Rollen wir die die aktuelle Kontroverse kurz von hinten auf: Nachdem Twin Temple – aufgrund ihres diabolischen Images – unlängst vom coolen Country-Neotraditionalisten Charley Crockett als Supportband geschasst wurden, wurden dem Satanic Doo-Wop-Duo direkt von Jack White und auch Glenn Danzig neue Vorbandjobs angeboten. So weit, so gut. Die Tatsache, dass Crockett-Kumpel und -Studiokollaborateur Shooter Jennings DOOMED LOVERS produziert hat, lässt allerdings eher auf einen geschickt eingefädelten PR-Coup als spirituelle Glaubenskämpfe schließen. Von der Aufregung profitieren dürften Sängerin Alexandra und Gitarrist/Gatte Zachary James so oder so, zumal die Masche mit der Beelzebubschmalztollenmusik nach der 2019er-Debütveröffentlichung womöglich schon drohte, erste Abnutzungserscheinungen zu zeigen. Rein werkimmanent betrachtet, hätte man solch einen Publicitystunt allerdings gar nicht bitter nötig gehabt. So lassen auf DOOMED LOVERS die ­Righteous Brothers im authentisch analog orchestrierten Opener und Titel-Track genauso rechtschaffen grüßen wie im Verlauf Nancy Sinatra, Tammy Wynette oder die Ronettes. Von Jennings mit größtmöglich authentischem Retrostilwillen adäquat analog produziert, kommen Teufelsanbeter subtextlich genauso auf ihre Kosten wie Rock-Geschichtstraditionalisten musikalisch.

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Quelle: METAL HAMMER.de