Kritik zu Turmion Kätilöt RESODANCE

So nahe einem finnische Musik oft gehen mag, so fremd muten andere Phänomene aus dem hohen Norden an. Dazu gehören auch die 2003 formierten Turmion Kätilöt, die ihre ganz eigene, humorvolle und ziemlich durchgeknallte Interpretation von Industrial Metal darbieten. Auf seinem mittlerweile zwölften Album RESODANCE klingt der Corpsepaint tragende Nightwish-Support von 2022 wie eine düstere Reinkarnation von Korpiklaani: Zackig-schmissige Ballerrhythmen treffen auf elektronische Akzente und überdrehten, teilweise harschen Gesang in Landes­sprache – mal kombiniert mit Hintergrundchören (‘Pöytäviinaa Ja Pimeitä Naisia’) oder orientalischen Melodien (‘Amon-Ra’), dann wieder akzentuiert von Orchestrationen und mehreren Stimmen (‘Näe Minut’), weiblichem Co-Gesang und Rammstein-Riffs (‘Karma’) oder Eurodance-Elementen (‘Raivotarjonta’). Am Ende steht das teils englisch intonierte, auch musikalisch sanftere ‘In Our Dreams (To Be Continued 1)’. Schwung und Schub weist die irre Tanz-Party bis dahin durchgehend auf, Langeweile ist für Turmion Kätilöt ein Fremdwort, und Unterhaltung schreiben sie in fetten Großbuchstaben – ob man den unkonventionellen Over-the-top-Stilmix goutiert oder ablehnt, bleibt weiterhin Geschmacksache. Wer es ausgefallen und brachial mag, kommt mit RESODANCE zweifellos auf seine Kosten.

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Quelle: METAL HAMMER.de