Kritik zu Blind Channel PAINSTREAM

Ja, ihre Teilnahme beim Eurovision Song Contest liegt bereits einige Jahre zurück. Dennoch gehört dieser Auftritt im europaweiten Mainstream-Fernsehen, der die finnische Modern Metal-Band bei vielen erst auf den Plan geschrieben hat, unausweichlich zu ihrer Geschichte. So scheint es längst überfällig, dass Blind Channel dem entwachsen. PAINSTREAM könnte jener Emanzipationsversuch sein: In zwölf Songs verarbeiten die Finnen darin das Erwachsenwerden und damit einhergehende Schmerzerscheinungen. Und auch die Thematik „Mainstream“ findet sich auf Studioalbum Nummer sechs wieder, wie bereits der Titel verrät. Musikalischer Mainstream? Das sind Blind Channel nur bedingt … Logisch bewegen sie sich mit ihrem futuristischen Metalcore irgendwo im Modern Metal-Bereich und greifen aus jenem Pool aktuelle Trends wie Space-Atmosphären (‘Stars We See’, ‘Into The Void’), stampfende Electro-Beats oder Nu Metal-Momente (‘Me Vs. Me’, ‘Diana’) auf, aber PAINSTREAM hat auch intimere Momente, wie etwa den Mitsing-Part in ‘Youthanasia’ oder den Chor in ‘Revolution: Now’. Sowieso behält sich PAINSTREAM einen besonderen persönlichen Moment vor: Es ist das erste Album ohne Sänger Joel Hokka, der sich 2025 von der Gruppe trennte und mittlerweile auf Solopfaden wandelt. Deshalb sei noch Niko Moilanen als verbliebenem Sänger ein Lob ausgesprochen, der seine herzzerreißenden Cleans, wütenden Shouts und Screams gut arrangiert untergebracht hat. Erwachsenwerden kann nun mal auch so aussehen.

***
Du willst METAL HAMMER lesen, aber kein Abo abschließen? Kein Problem! Die aktuelle Ausgabe portofrei nach Hause bestellen: www.metal-hammer.de/heftbestellung
***



Quelle: METAL HAMMER.de