Kritik zu Enslaved MIÐ
Enslaved entwickelten sich über die letzten Jahre nicht nur zu einer der herausragendsten und innovativsten Bands der Black Metal-Szene, sondern erweiterten ihren Klangkosmos als auch ihre musikalische Ausdrucksweise sukzessive hin zu teils beeindruckendem Ausmaß, wie manch eine „Album des Monats“-Auszeichnung bei uns verdeutlichte. Das mittlerweile 17. Album der Norweger, MIÐ, ist erwartungsgemäß nicht Mid, sondern bedeutet altnordisch Mitte oder Zentrum, gewissermaßen den Ursprung als auch gegenwärtigen Augenblick, und beleuchtet Dialoge und Harmonien zwischen Tradition und Vergangenheit sowie deren Bezug zur Gegenwart. Ob sich dies nun auf einen Song wie ‘I Am Ice’ bezieht, der in Zusammenarbeit mit dem sámischen Künstler Johan Sara Jr. entstand, oder ‘Spirit Helper’, welches ein traditionelles Gebet der amerikanischen Schwarzfußindianer vertont – das Resultat ist auf seine Weise stets mehr als überzeugend. Die Intensität und Leidenschaft, welche Enslaved in ihre Songs stecken, ist auch 35 Jahre nach Band-Gründung beeindruckend. Ebenso die Fähigkeit, trotz der Genre-übergreifenden Kompositionen ihre musikalische Handschrift prägnant einzubetten, die ihren bisherigen stilistischen Werdegang beinhaltet. Man müsste auf alle Songs individuell eingehen, um dem Album gerecht zu werden, deshalb in aller Kürze: Auch MIÐ reiht sich in die Abfolge beeindruckender Werke der Norweger ein und sollte von euch dringend angetestet werden.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















