Kritik zu Sarcator THE ONES WE FOLLOW

Wenn es ein Heavy Metal-Äquivalent zu Strebern gibt, dann sind es Sarcator. Die klei­nen Mistkerle sind gerade mal Anfang zwanzig, haben einen sauguten Band-Namen (Sarcófago + Kreator), ihr viertes Album am Start und werden gefühlt mit jeder Minute besser und kreativer. Schon auf den Vorgängern kreuzten die Schweden zähen Black Metal mit donnerndem Thrash, progressiven Strukturen und gezielt gesetzten ruhigen Momenten. Doch nun integriert die Truppe erstaunlich konsequent düstere Amer­icana-Elemente. Das sorgt zwischen all den Prügeln – die das Album trotz seiner melodisch-akustischen Ausflüge immer noch dominieren – für einen gut gesetzten Spannungsbogen und zusätzliche Atmo­sphäre. Aber auch Surf-Gitarren gibt’s: ‘Bleeding Ages’ klingt wie die Black’n’Roll-Variante von Derek & The Dominos – klare Gitarren treffen auf kratzig-aggressiven Krächzgesang. Das ist ordentlich eingängig und gibt dem Album einen extra Party-Faktor, den man nicht unbedingt erwartet hätte. Black’n’Roll können die Jungs aber auch klassisch. Zwischen der Volltempo­peitsche ‘You Gotta Possess Me’ (die ebenfalls etwas subtiler mit den Surf-Elementen spielt) und dem melancho­lischen Epos ‘Rotting Chapels’ findet sich mit ‘In Search Of Oblivion’ eine der feinsten und fulminantesten Varianten
des Genres seit Satyricons Spätwerk. THE ONES WE FOLLOW sollte man als Fan der finsteren Musik dieses Jahr definitiv auf der Liste haben.

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Quelle: METAL HAMMER.de