Kritik zu Eternity’s End TITANBLOOD

Manchmal muss man einfach wissen, wann Schluss ist – und die bajuwarischen Ballerbrüder Eternity’s End tun das auf keinen Fall. Schon nach dem Opener ‘Bal Sagoth’, der sich von mediterranem Akustikgeklimper zu einem absoluten Shred-Wahnsinn entwickelt und sowohl vier verschiedene Melodien als auch zwei verschiedene Gesangstypen (wobei das Halford-Gekreische des Neuzugangs Mike Livas definitiv den Klargesang übertrumpft) beinhaltet, braucht man eine Verschnaufpause. Doch die wird einem nicht gegönnt: ‘Sword In The Storm’ setzt in Sachen Tempo noch einen drauf und windet sich im Neoklassik-Gewand durch schnelle Schnörkellinien, die sich irgendwo zwischen düsterem Power Metal und einem perfiden Faible für Running Wild-Melodien bewegen. Das wird auf ‘Titanblood’ dazu mit einer Extraportion elektrischem Cembalo aufgepeppt, das zur allgemeinen Kakophonie einen nicht unerheblichen Beitrag leistet. Dabei bleibt die Band um Gitarrist Christian Münzer (dessen Anzahl an ehemaligen Band-Projekten fast die Anzahl der Noten in den Soli überschreitet) durchweg technisch perfekt, und das Ganze hat auch durchaus seinen Reiz und ist oft so drüber, dass man nicht drum­herum kommt, saumäßigen Spaß zu haben. Doch spätestens nach der vierten knapp sechsminütigen Nummer voller musikalischem Overkill sehnt man sich wieder nach einem Song mit einem simplen Riff und einer Struktur, die keine Kopfschmerzen verursacht.

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Quelle: METAL HAMMER.de