Kritik zu Carnifex MORE THAN MISERY
Inhaltlich blickt Scott Ian Lewis mit MORE THAN MISERY auf bereits überwundenes Leid zurück. Sein Gebrüll lässt allerdings vermuten, dass er noch mittendrin steckt, und auch musikalisch klingt das Album alles andere als positiv. Carnifex setzen dabei auf ihre vertrauten Deathcore-Stärken und lassen so viel angestaute Wut heraus, dass die Frage nach Neuerungen schnell nebensächlich wird. Akustikgitarren und Gewitter im Intro kündigen das Unheil an, bevor der Titel-Track mit dämonischen Growls und schleppenden Riffs losbricht. Dann treiben die Drums das Tempo hoch, bis sich die ganze Energie entlädt. Die beklemmende Atmosphäre zieht sich durch das Album und macht selbst die ruhigeren Passagen unbehaglich. Markante Grooves, melodische Gitarren und starke Soli sorgen zwischen den Ausbrüchen für Abwechslung. ‘The Process Of Pain’ mit Entheos-Vokalistin Chaney Crabb prescht gnadenlos voran. ‘No Gods Only Graves’ packt dagegen genau dann besonders fest zu, wenn das Tempo sinkt und jeder Schlag nachwirkt. Wie gezielt Carnifex mit der Erwartung des nächsten Ausbruchs spielen, zeigt das fast achtminütige Finale ‘Licking Love From A Knife’. Klavier, Akustikgitarren, Streicher und Chöre halten die Spannung aufrecht und zögern den nächsten Einschlag hinaus. Wenn er kommt, trifft er umso heftiger. Bis zum Schluss kostet die Band diesen Wechsel aus beklemmender Ruhe und brachialen Ausbrüchen aus. Auch nach über zwanzig Jahren Band-Geschichte setzen Carnifex Maßstäbe in Sachen Brutalität. MORE THAN MISERY ist Deathcore wie aus dem Bilderbuch.
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Quelle: METAL HAMMER.de

















