Kritik zu Prong PRONG

Der Meister des Groove-Riffs ist zurück – und zeigt seine Vielseitigkeit. Seit den späten Achtzigern verbindet Tommy Victor mit Prong New York Hardcore, Thrash, Industrial und jene charakteristischen, furztrockenen Gitarren-Grooves, die insbesondere mit BEG TO DIFFER (1990) und CLEANSING (1994) Spuren in der Metal-Historie hinterlassen haben. Im Opener ‘The Banner’, ‘Proportionate Response’ und ‘New Commission’ zeigt der 60-Jährige, dass er auch Slayer kann. ‘The Uprising’, ‘Transgression’ und ‘Fear The Sun’ liefern anschließend gängigere Prong-Kost, die, leicht industriell angeheizt, den Nacken auskugelt. Genau in diesem Spannungsfeld aus Groove und maschineller Kälte fühlt sich die Band pudelwohl. ‘Uncertain Truth’ scheint dagegen aus der Grunge-Ära hängengeblieben zu sein und vermittelt wenig Durchschlagskraft, während ‘Doomed World’ und ‘Commonsense Resolution’ stärker an die Punk-Einflüsse der Band erinnern. Dass Andy Sneap (unter anderem Megadeth, Machine Head) für Mix und Mastering verantwortlich zeichnet, passt bestens: PRONG klingt knackig, druckvoll und erfreulich schnörkellos. Was dem Album letztlich fehlt, sind große Hits wie in der Vergangenheit. Ein neues ‘Snap Your Fingers, Snap Your Neck’ gibt’s hier nicht. Dennoch beweist Tommy Victor, dass sein musikalischer Werkzeugkasten auch nach fast vier Jahrzehnten bestens bestückt ist. Wer knackige Riffs liebt, wird hier glücklich.

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Quelle: METAL HAMMER.de