Kritik zu Stoned Jesus SONGS TO MOON

Ziemlich genau ein Jahr nach dem herausragenden SONGS TO SUN liefern Stoned Jesus mit SONGS TO MOON den zweiten Teil ihrer geplanten Trilogie. Wo sich der Opener des Vorgängers (‘New Dawn’) zunächst zu einem gemächlichen Crescendo hocharbeitete, beginnt ‘Under The Skin’ nach drei hörbaren Atemzügen heftig und mit reichlich Stoner-Attitüde. Das Lied ist fuzzy, düster und schwer und lässt die teilweise fast jazzige Leichtigkeit des Sonnenalbums fast vermissen. Angenehmer ist das darauffolgende ‘Velvet’, in dem in erster Linie die Stimme des Bandchefs Ihor Sydorenko die Melodie stellt. Unterstützt von reichlich Fuzz erschafft er eine herrlich eingängige Melancholie, die sofort ins Ohr geht. Spätestens bei ‘ZYX’ lichtet sich der schwere Stoner-Nebel und macht Platz für Grunge-lastige und kurz darauf auch progressive Gefilde. ‘Syzygy’ bleibt ganz ohne Gesang. Dafür bringt Sydorenko seine Gitarre in der Mitte des Songs mit einem mitreißenden Solo umso deut­licher zum Singen. Mit ‘Jackal’ wendet sich die Stimmung der Musik von traurig zu zynisch. Mit harter Stimme zählt der Frontmann schlagartig auf, was in der Welt schiefläuft: „No drinkable water, just poison in the wells / This planet is 50 percent Huxley, 50 percent Orwell / No money, no future, no reason to fight / You’re all going gently into this good night.“ Stoned Jesus können sich wie schon auf SONGS TO SUN auch auf SONGS TO MOON nicht entscheiden, welchem Genre sie treu bleiben wollen. Ein Glück, denn diese Mischung ist die Reise eindeutig wert.

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Quelle: METAL HAMMER.de