Kritik zu Tony Iommi FROM THE DARK

Erwähnenswert ist bereits, was dieses Album alles nicht ist. Weder steht es unter dem Banner Black Sabbath, noch bringt es die lang kolportierte Wiederzusammenarbeit mit Tony Martin (geschweige denn Ian Gillan oder Glenn Hughes) mit sich. Auch der Markenname Heaven & Hell liegt weiter brach, obwohl mit Jørn Lande als „norwegische Antwort auf Ronnie James Dio“ das Potenzial zur Revitalisierung dagewesen wäre. Stattdessen: Ein Neustart, der sich keinen unmittelbaren Vergleichen stellen muss – obwohl das Vermächtnis von Black Sabbath (in jedweder Besetzung) natürlich mitschwingt und Riff-schwer wiegt. Soll es nur: Auf Tony Iommis Meisterhandwerk ist auch nach fast 60 Jahren Verlass. Aus jedem Riff triefen Metal-Ursuppe und betörende dunkle Energien. Im Gegensatz zu Iommis bisherigen Soloausflügen haftet FROM THE DARK mehr Band- als Projektcharakter an, beschränken sich die weiteren Beteiligungen doch auf Bassistin Becky Baldwin, Schlagzeuger Karl Brazil und eben Sänger Lande, der trotz aller Ähnlichkeiten und Parallelen viel eigene Persönlichkeit und Charakteristik einbringt. Und die Songs? Erhaben! Selbstverständlich rifft es überwiegend tonnenschwer, zähflüssig und tiefschwarz (‘Black Times’) bis hin zur nebelverhangenen Friedhofsdramatik (‘Death Wake’), gerne auch effektiv orchestriert (‘Beyond The Dead’) oder mit dezenten, modern groovenden Einflüssen (‘World Alone’). In seiner Paradedisziplin, dem sehnsuchtsvollen Midtempodrama ‘Stormwatcher’, läuft Jørn Lande ebenso zur Höchstform auf wie in ‘Return Of The Arbalist’, einem NWOBHM-Feger in bester Dio-Tradition. Tony Iommi bringt auf FROM THE DARK zusammen, was zusammengehört, und feiert eine durch und durch runde Metal-Messe.


Klar: Tony Iommi ist als Teil von Black Sabbath längst eine Legende, aber auch nachdem die Ursprungs-Band des Heavy Metal mit „Back To The Beginning“ zu Grabe getragen wurde, macht der Meister keine Anstalten, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Der Gitarrist liefert mit FROM THE DARK keine peinliche Nostalgienummer sondern präsentiert mit Jørn Lande am Mikrofon ein starkes, vielseitiges Album, das den Namen Iommi wirklich verdient hat. Helen Lindenmann (5,5 Punkte)

Auf seiner ersten properen Soloplatte seit über zwei Dekaden präsentiert sich Riff-Meister Iommi auch im hohen Alter von 78 Jahren als unumstrittener Meister seines Fachs. Neben durchweg starkem Song-Material glänzt vor allem Überraschungssänger Jørn Lande mit seiner stimmungsvollen wie bildgewaltigen Breitwandgesangsdarbietung als Doom-demütiger Schwarzmaler in der Tradition des großen Ronnie James Dio. Ein klassischeres Metal-Album der alten Schule wird es dieses Jahr wohl nicht mehr geben. Frank Thiessies (6 Punkte)

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Quelle: METAL HAMMER.de